Durand-LinieDie Durand-Linie ist eine ungenaue, 2.450 km lange Demarkationslinie zwischen Afghanistan und Pakistan. Nach zwei verlorenen Afghanen-Kriegen gelang es Großbritannien 1893 mit der Durand-Linie ihre kolonialen Besitzungen in Britisch-Indien (heute Pakistan) gegen Afghanistan abzugrenzen. Die Linie wurde nach dem damaligen Außenminister der indischen Verwaltung, Sir Henry Mortimer Durand, benannt und unter Britischen Druck im Einvernehmen beider Seiten für 100 Jahre von 1893 bis 1993 beschlossen. Die Demarkationslinie wurde bewusst durch die Siedlungsgebiete der Paschtunen gelegt, um aus Afghanistan ein Pufferzone zu machen und so das Volk der Afghanen besser kontrollieren zu können. Die afghanische Loja Dschirga ("Große Ratsversammlung") von 1949 erklärte die Durand-Linie für ungültig, als der Staat Pakistan entstand, weil das Einvernehmen mit den Briten beschlossen wurde und nicht mit der Pakistanischen Regierung. Afghanistan besteht immer noch auf die Rüchgabe seiner Gebiete (NWFP, FATA und der Nordosten Belutschistans ) von Pakistan, weil die Abmachung bzgl. der Durand-Linie seit 1993 abgelaufen ist. Aus diesem Grund gibt es auch keine offizielle Grenze zwischen den beiden Ländern und das Problem wurde bis heute nicht gelöst. Die kaum zu überwachende Demarkationslinie rückte in der Folge des Antiterrorkampfes nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein. Taliban-Kämpfer und Al-Qaida-Anhänger bewegten sich relativ ungehindert in der Gegend und fanden so Schutz in den autonomen Paschtunengbieten in Pakistan (NWFP und FATA, auch Paschtunistan genannt). In letzter Zeit zeigen jedoch einige Politiker Afghanistans eine gewisse Bereitschaft, nach nun mehr als 50 Jahren die Grenze zu Pakistan anzuerkennen. Eine Lösung des Konflikts scheint, vorerst, in Sicht.
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